Die Ausrollung des Google Core Updates vom März 2026 wurde am 8. April abgeschlossen. Laut zwei von SISTRIX durchgeführten Analysen, in Frankreich und in Deutschland, das Urteil ist hart: Google verteilt Sichtbarkeit massiv zugunsten offizieller Quellen und etablierter Marken, zum Nachteil von Online-Shops, Foren und sprachlichen Tools. In Frankreich gibt es 14 Verlierer auf 1 Gewinner. In Deutschland beträgt das Verhältnis 4 zu 1. Ein vergleichender Überblick.
Das Wichtigste in Kürze:
- Google bevorzugt institutionelle Quellen und Marktführer in beiden Ländern.
- Sprach- und Bildungswerkzeuge sind der am stärksten betroffene Sektor, wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Aufstieg von KI-Tools.
- Online-Shops verlieren massiv, unabhängig von ihrer Größe oder Branche.
- Das Ungleichgewicht zwischen Verlierern und Gewinnern ist in Frankreich (14 zu 1) viel ausgeprägter als in Deutschland (4 zu 1).
Ein identisches Signal, zwei unterschiedliche Ausmaße
Am 27. März 2026 hat Google sein Core Update vom März mit einer Ausrollung, die am 8. April endete. Die Logik ist auf beiden Seiten des Rheins identisch: die Autorität einer Quelle geht vor der Austauschbarkeit ihres Inhalts. Aber das Ausmaß der Schäden ist nicht dasselbe.
In Frankreich, die Analyse von 2.991 Domains mit signifikanten Schwankungen ermöglichte die Identifizierung von 239 Verlierern und nur 17 Gewinnern mit nachweisbarem Update‑Effekt.

In Deutschland, von 1.371 analysierten Domains zählt man 134 Verlierer und 32 Gewinner. Der französische Markt ist demnach anteilig deutlich härter getroffen, mit einem Verlierer/Gewinner‑Verhältnis von 14 zu 1, gegenüber 4 zu 1 jenseits des Rheins.
Online-Shops: der am stärksten betroffene Sektor in beiden Ländern
Das ist der deutlichste und am weitesten verbreitete Trend.
In Frankreich, 80 der 239 Verlierer sind Online‑Shops, also genau ein Drittel. Die Verluste konzentrieren sich nicht auf ein einziges Segment: Möbel (alinea.com -37%, pierimport.fr -28%), Lebensmittel (elmut.fr -50%, graines‑semences.com -28%), Musik (paul‑beuscher.com -58%), Automobil (europcar.fr -26%) oder auch Technik (backmarket.fr -25%).
In Deutschland, 39 der 134 Verlierer sind E‑Commerce‑Händler, womit sie ebenfalls die größte Gruppe bilden. Gleiches Bild: Verluste ziehen sich durch alle Kategorien. Mode (cecil.de -30%), Elektronik (media-dealer.de -37%, alternate.de, conrad.de), Pflanzen und Garten (123zimmerpflanzen.de -27%, samenhaus.de -26%), B2B‑Zubehör (otto-office.com, hygi.de). Und entgegen der Erwartung sind auch die großen Ketten nicht verschont: notebooksbilliger.de und expert.de verlieren jeweils 11%.
Die Botschaft ist klar : einen Onlineshop zu haben reicht nicht mehr aus. Ohne eine starke Markenbekanntheit erodiert die organische Sichtbarkeit.
Sprach- und Bildungs-Tools angesichts der KI
Das ist wohl die aufschlussreichste Tendenz dieses Updates. In beiden Ländern fallen Konjugations-, Übersetzungs-, Wortdefinitions‑ und Lerntools gleichzeitig.
In Frankreich : toutelaconjugaison.com (-32%), littre.org (-30%), bab.la (-20%), glosbe.com (-25%), lingolia.com (-15%), kartable.fr (-14%), reverso.net (-12%), francaisfacile.com (-7%). Der Fall des Littré ist besonders symbolisch: diese historische Referenz der französischen Sprache sinkt im Sichtbarkeitsindex von 61 auf 43. Für eine seit Jahrzehnten maßgebliche Seite ist das ein brutaler Absturz.

In Deutschland, das Muster ist nahezu identisch: verbformen.de (-30%), bab.la (-22%), korrekturen.de (-15%), studysmarter.de (-15%), linguee.de (-10%), openthesaurus.de (-9%), reverso.net (-7%). Sieben Tools sind gleichzeitig betroffen.
Was diesen Cluster besonders macht, ist der Kontext, in dem er steht. Diese Seiten bieten Funktionen, die zunehmend von KI‑Anwendungen abgedeckt werden : Konjugationen, Übersetzungen, Synonyme, Grammatikübungen. In Deutschland gewinnt chatgpt.com zeitgleich 32% Sichtbarkeit bei Google. Es ist schwer, keinen Zusammenhang zu sehen. Dennoch ist Vorsicht geboten: Bewertet Google diese Seiten aktiv ab, oder ändert sich das Suchverhalten der Nutzer? Die kommenden Updates werden Aufschluss geben.
Foren und nutzergenerierte Inhalte
Auch UGC‑Plattformen (nutzergenerierte Inhalte) stehen unter Druck, doch Google differenziert merklich.
In Frankreich, supertoinette.com, das Kochforum, verliert 46% seiner Sichtbarkeit. stackoverflow.com fällt auf dem französischen Markt um 45%. jecontacte.com (-31%) ist ebenfalls betroffen.
In Deutschland, gutefrage.net verliert fast ein Viertel seiner Sichtbarkeit (von 62 auf 47). Die Entwicklung dieser Seite ist besonders aussagekräftig: Ihr Sichtbarkeitsindex erreichte im Frühjahr 2025 ein Maximum von 127. Anfang 2026 war er bereits auf 54 gefallen, bevor ihn das Core Update weiter auf 47 drückte. X.com verliert 25% und xing.com 14%.
Aber Google bestraft nicht alle Foren gleichermaßen: Reddit hat bei den letzten Updates eher an Sichtbarkeit gewonnen. Es ist also weniger das UGC‑Format an sich, das benachteiligt wird, sondern bestimmte Plattformen, vermutlich aus Qualitäts‑ oder wahrnehmungsbedingten Autoritätsgründen.
Herausgeber und Medien: gezielte Verluste
In Frankreich, mehrere Medien und Verlage sind betroffen: dvdclassik.com (-33%), hachette-vins.com (-46%), herodote.net (-26%) sowie nouvelobs.com und lesechos.fr.
In Deutschland, Rezeptportale sind besonders ins Visier geraten: kuechengoetter.de (-29%), schlemmer-atlas.de (-25%), eatsmarter.de (-18%), essen-und-trinken.de (-11%), lecker.de (-6%). Aber chefkoch.de, der deutsche Marktführer im Bereich Rezepte, bleibt stabil. Das Signal stimmt mit der generellen Logik dieses Updates überein: Der Marktführer hält, die kleineren Anbieter verlieren.
Die Gewinner: wenige, aber aufschlussreich
Bei den Gewinnern ist die Liste kurz. 17 Domains in Frankreich, 32 in Deutschland. Aber ihr Profil ist sehr aufschlussreich.
In FrankreichAuf der Gewinnerseite rücken vier staatliche Websites gleichzeitig vor: pole-emploi.fr (+11 %), hautsdefrance.fr (+7 %), paris.fr (+3 %) und interieur.gouv.fr (+1 %). societe.com, die Referenz zur Einsicht in die Daten französischer Unternehmen, gewinnt 50 % Sichtbarkeit (sein Index steigt von 13 auf 19). conforama.fr (+7 %) und cuisineaz.com (+2 %), beide führend in ihrem Segment, legen ebenfalls zu. pleinevie.fr, ein 1981 gegründetes Generalistenmagazin mit fast 800.000 verbreiteten Exemplaren, verdoppelt seine Sichtbarkeit.
In DeutschlandDas stärkste Signal kommt aus einem unerwarteten Cluster: vier offizielle Flughäfen gewinnen gleichzeitig. Stuttgart (+22 %), Köln-Bonn (+18 %), Hamburg (+17 %) und München (+8 %). Wenn vier Domains derselben Nische gleichzeitig und parallel zulegen, ist das kein Zufall. Google scheint die Suchergebnisse rund um Flughäfen zugunsten offizieller Seiten neu geordnet zu haben, zum Nachteil von Vergleichsportalen und Dritt-Aggregatoren. Weitere nennenswerte Gewinner auf deutscher Seite: ratiopharm.de (+12 %), commerzbank.de (+11 %), die Regierungsseiten hessen.de, arbeitsagentur.de, wwf.de. Und audible.de mit +172 %, das der größte Gewinner dieses Updates in Deutschland ist, obwohl sein Effekt erst ab dem 3. April, eine Woche nach Beginn der Ausrollung, spürbar wurde.

Was dieses Update über Googles Strategie aussagt
In beiden Ländern ist die Richtung, die Google einschlägt, dieselbe: Die Autorität einer Quelle hat Vorrang vor dem bloßen Nutzen ihres Inhalts. Institutionelle Websites, Marktführer und etablierte Marken werden belohnt. Austauschbare, generalistische Inhalte oder solche, die Funktionen abdecken, die inzwischen von KI übernommen werden, werden bestraft.
Der Unterschied im Verhältnis zwischen den beiden Ländern (14 zu 1 in Frankreich, 4 zu 1 in Deutschland) könnte durch strukturelle Unterschiede Unterschiede in den lokalen Märkten und in der Zusammensetzung der analysierten Websites erklärt werden, eher als durch eine andere Absicht von Google. Er sollte jedoch bei den nächsten Updates beobachtet werden.
Der Artikel „Core-Update März 2026: Shops, Foren und Sprachtools stehen in Frankreich und Deutschland im Minus“ wurde auf der Website veröffentlicht Abondance.