Google führt heute im Vereinigten Königreich seinen AI-Modus ein, eine Funktion, die das Sucherlebnis grundlegend verändert, indem sie konversationelle Antworten liefert, die von künstlicher Intelligenz erzeugt werden. Diese Neuerung, die bereits in den Vereinigten Staaten und Indien verfügbar ist, markiert einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der weltweit meistgenutzten Suchmaschine.
Wichtiges zu merken:
- Eine fortgeschrittene konversationelle Suche: Der KI-Modus nutzt das Google-Modell Gemini 2.5, um komplexe und mehrteilige Fragen auf natürliche Weise zu beantworten.
- Zugriff über einen eigenen Tab: Die Funktion erscheint als neuer Reiter auf den Suchergebnisseiten und in der mobilen Google-App.
- Auswirkung auf den Webtraffic: Verlage befürchten einen deutlichen Rückgang der Klicks auf ihre Seiten; in den USA wurde ein Rückgang von nahezu 50 % beobachtet.
- Stufenweise Einführung: Der Rollout erfolgt schrittweise über mehrere Tage; noch nicht alle britischen Nutzer haben Zugriff.
Eine neue Art, Fragen zu stellen
Der AI-Modus revolutioniert die Art und Weise, wie Nutzer mit der Google-Suche interagieren. Im Gegensatz zur traditionellen Suche, die kurze Schlüsselwörter bevorzugt, ermutigt diese neue Funktion zu längeren und detaillierten FragenGoogle stellt fest, dass Nutzer des AI-Modus Anfragen stellen, die zwei- bis dreimal länger sind als bei klassischen Suchanfragen.
Diese Entwicklung reagiert auf eine Verhaltensänderung der Internetnutzer. Wie Hema Budaraju, Vice President Product Management bei Google, erklärt:
„Vor zwei Jahren hätten Sie, wenn Sie Kaffee auf Ihren Teppich verschüttet hätten, nach ‚Teppichfleck reinigen‘ gesucht. Heute würde Ihre Anfrage eher so lauten: ‚Ich habe Kaffee auf meinen Berberteppich verschüttet, ich suche ein Reinigungsmittel, das tierfreundlich ist.‘“
Eine ausgefeilte Technologie für komplexe Aufgaben
Der AI-Modus stützt sich auf eine angepasste Version des Modells Gemini 2.5 von Google und verwendet eine Technik namens ‚query fan-out‘. Dieser Ansatz zerlegt automatisch komplexe Fragen in Unterthemen und führt mehrere Suchen gleichzeitig aus, um eine vollständige Antwort zu synthetisieren.
Die Funktion ist besonders leistungsfähig in:
- Die explorative Fragen die mehrere Überlegungsphasen erfordern
- Die Produktvergleich mit mehreren Kriterien
- Die Reiseplanung personalisiert
- Das Verständnis von komplexe Prozesse oder praktischen Anleitungen
Multimodalität und natürliche Interaktion
Der AI-Modus unterstützt verschiedene Eingabetypenverschiedene Eingabetypen: Text, Sprache und Bilder. Dieser multimodale Ansatz ermöglicht es den Nutzern, natürlicher mit der Suchmaschine zu interagieren, sei es durch Eingabe einer Frage, durch mündliche Formulierung oder durch Hochladen eines Fotos, um kontextbezogene Informationen zu erhalten.
Eine große Herausforderung für Herausgeber und Unternehmen
Die Einführung des AI-Modus (und der AI-Überblicke) wirft wichtige Bedenken im digitalen Ökosystem. Herausgeber und Unternehmen, die vom durch Google erzeugten Traffic abhängig sind machen sich Sorgen um die Auswirkungen auf ihre Werbeeinnahmen.
Rückgang der Klickrate
Eine Studie des Pew Research Center zeigt beunruhigende Zahlen: Wenn eine KI-Zusammenfassung in den Suchergebnissen erscheint, klicken Nutzer auf traditionelle Ergebnisse 48 % seltener (8 % statt normalerweise 15 %). Noch alarmierender: Nur 1 % der Nutzer klicken auf die in KI-Zusammenfassungen enthaltenen Links.
Owen Meredith, Geschäftsführer der News Media Association der die führenden britischen Pressemarken vertritt, kritisiert diese Entwicklung: „Das ist erneut ein Beispiel dafür, wie Google seine dominierende Stellung in der Suche nutzt, um Presseverlage dazu zu zwingen, die Aufnahme ihrer Inhalte für KI zu erlauben“.
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Ein sich wandelndes Geschäftsmodell
Diese Veränderung wirft grundlegende Fragen zur Zukunft des Wirtschaftsmodells des Webs auf. Unternehmen, sei es Einzelhändler oder Medien, sind derzeit auf den über Google-Suchergebnisse zu ihnen gelenkten Traffic angewiesen. Eine Verschiebung hin zu KI-generierten Antworten, die weniger direkte Links enthalten, könnte dieses etablierte Modell grundlegend verändern.
Google hat noch nicht festgelegt, wie die Werbemonetarisierung für den KI-Modus funktionieren wird, und ob Unternehmen dafür bezahlen können, in die generierten Antworten aufgenommen zu werden.
Zugang und Verfügbarkeit im Vereinigten Königreich
Der KI-Modus ist für britische Nutzer auf verschiedene Weise zugänglich:
- Über eine dedizierter Tab „KI‑Modus“ auf den Suchergebnisseiten
- Direkt unter der Adresse google.com/aimode
- In derGoogle‑App auf Android und iOS
- Als zum Such‑Widget auf dem Startbildschirm hinzufügbare Verknüpfung
Die Einführung erfolgt schrittweise, weshalb noch nicht alle Nutzer darauf zugreifen können. Google weist zudem darauf hin, dass der KI-Modus, wie jedes KI-Produkt in einer frühen Phase, nicht immer perfekte Antworten liefern wird, und fordert die Nutzer auf, durch Daumen hoch/Daumen runter Feedback zu geben, um den Dienst kontinuierlich zu verbessern.

Regulatorische Aufsicht und Wettbewerbsfragen
Die Einführung des KI-Modus im Vereinigten Königreich erfolgt vor dem Hintergrund von zunehmende regulatorische AufsichtDie Wettbewerbs- und Marktbehörde (CMA) prüft die Möglichkeit, Google als Anbieter mit einem „strategischen Marktstatus“ zu bezeichnen, was die Einführung strengerer Regeln in Bezug auf Transparenz und die Rechte von Herausgebern in diesem neuen Paradigma der KI-Suche zur Folge haben könnte.
Eine endgültige Entscheidung der CMA wird erwartet bis Oktober 2025Diese Aufsicht unterstreicht die strategische Bedeutung dieser technologischen Entwicklung und ihre potenziellen Auswirkungen auf das britische digitale Ökosystem.
Der KI-Modus von Google ist damit weit mehr als nur eine technische Verbesserung: es ist eine grundlegende Transformation der Art und Weise, wie wir online auf Informationen zugreifen und sie konsumieren, mit Auswirkungen, die weit über die bloße Nutzererfahrung hinausgehen.
Der Artikel „Google startet seinen KI-Modus im Vereinigten Königreich“ wurde auf der Website veröffentlicht. Fülle.